Ab 1. Oktober 2001 ist es soweit:

Hunderttausende StudentInnen stürmen die Bankschalter, um endlich die Studiengebühr einzahlen zu können. Im Finanzministerium müssen vorübergehend Leute eingestellt werden, um der Millionen Herr zu werden.

5.000.- im Semester und dafür ein Service der Sonderklasse. So tönte es aus Regierungskreisen. Und Hand aufs Herz: Wer sollte da nicht schwach werden?

"Was nichts kostet, ist nichts wert" hörte man von der Frau Minister des öfteren. Sie fand für diesen intelligenten Spruch viele NachahmerInnen. Manche SchülerInnen öffentlicher Schulen und deren Eltern haben allerdings zu denken angefangen. Und ich habe kürzlich ein für mich persönlich sehr kostbares Geschenk bekommen. Der materielle Wert ist gering, aber es ist unbezahlbar. Ist es wirklich ein Fortschritt, den Wert von allem nur in Geld zu messen?

Neulich träumte ich:
Es war im Oktober des Jahres 2001 im eineinhalbten Jahr der Regierungszeit seiner Majestäten Jörgi und Wolfi (Susi weiß das).
Die StudentInnen gingen zur Uni und vergaßen einfach, vorher bei der Bank vorbeizuschauen. Frohen Mutes und wachen Geistes saßen sie in den Hörsälen und lauschten den Pedellen, die da irgendwas von "Steuern" und "Strafen" sprachen. Die StudentInnen stellten sich taub.

Damit hörten sie laut Gesetz auf, StudentInnen zu sein. Die Rektoren erhielten die Weisung, niemanden ohne Zahlscheinabschnitt in die Universitäten einzulassen. Zwei haben das kurze Zeit probiert, den anderen war das von Anfang an zu blöd.
Der Innenminister war auch nicht wirklich zuständig und die Soldaten weigerten sich schlichtweg, nach den Illegalen im Burgenland auch noch jene an den Unis zu kontrollieren.

Susi und Liesl tobten, letztere wenigstens nach außen hin. Als oberste BeamtInnenchefinnen für die Universitäten beauftragten sie ihre BeamtInnen, disziplinäre Maßnahmen gegen die RechtsbrecherInnen an den Mater-Almen eínzuleiten. Da traten die Ministerialen in den Streik.

Nach einigen Monaten war alles vergessen. Weil die Regierung aber zwar ihre Wahlversprechen vergessen, aber niemals das Gesicht verlieren will, strengte der Sohn des ersten Fans irgendeines einfältigen Parteimitglieds einen Prozess gegen die Studiengebühren an, und weil die Regierung immer so schnell dran war, vergass man doch glattweg auf eine Stellungnahme, sodaß dem Verfassungsgerichtshof nichts übrig blieb, als das Gesetz über die Studiengebühren wieder aufzuheben.