WISSENSCHAFTSBUDGET 2002 eine Kurzanalyse
Noch nie zahlten die ÖsterreicherInnen so viel Steuern
und Abgaben und bekamen so wenig Leistung vom Staat, wie das jetzt passiert.
Die generelle Budgetlinie bedeutet neue Einnahmen und zugleich auch neue
Schulden.
Wissenschaftsbudget 2002 zu wenig
und sehr ungenau budgetiert
- Von den Ziffern her Entwicklung von 2,295 auf 2,364 Mrd. Euro.
- Faktisch stagniert das Budget. 3% mehr entspricht
bloß den Steigerungen beim Personal ohne zusätzliche Posten.
Bildungsministerin Gehrer erklärte bei der Uniplattform am 13.3.01,
die Steigerungen der Personalkosten durch Erhöhungen seien nicht
im bm:bwk-Budget sondern bei der Vizekanzlerin budgetiert?!
- Die Universitätsmilliarde ist drastisch geschmolzen.
Einerseits wegen des generellen Sparkurses bei der Bildung. Andererseits
durch die Vorlegung des ersten Budgets in Euro. Da beträgt die
"Universitätsmilliarde" nur mehr 69
Mio. Euro, was auch bei großzügiger Umrechnung keine Milliarde
ergibt.
- Die budgetierten Mehreinnahmen aus der StudentInnensteuer sind mit
71 Mio. Euro budgetiert. Ein Teil wird für die Rückzahlungen
durch Studienförderungen verwendet. Somit wird den
StudentInnen ca. doppelt so viel weggenommen als für die Hebung
der Studienqualität zur Verfügung steht!
- Das Wissenschaftsbudget hat vergleichsweise noch eine gute Dotierung,
denn bei Innovation und Technologie sind es überhaupt
3,7% weniger als 2001.
- Unzureichende Finanzierung der FH-Studienplätze
(keine IKT-Offensive, keine neuen Studiengänge im Sozialbereich,
....)
- Weiteres Detail, das bei der Autonomie-Diskussion auch eine große
Rolle spielen wird: Die BIG-Mieten verbrauchen immer
mehr Budgetanteile. Allein für das 4. Quartal 2000 haben
wir jetzt im Nationalrat ein Nachtragsbudget unter 14018 von 270 Mio.
Schilling liegen.
Beispiel Universitäten:
- neue Steuern von 10.000,-- öS im Jahr
- Verteuerung der Fahrt zur Universität (Ausgaben für Autos
und Öffentliche Verkehrsmittel sind erhöht worden, nur das
Fahrrad blieb verschont. - Aber vielleicht muss man da als StudentIn
dann auch noch Parkgebühr zahlen ....)
- teurere Mieten wegen Stromsteuer etc.
Einschränkung der Leistungen
- bei internationalen Kontakten und Programmen
- bei Forschungsbeteiligungen des bm:bwk (Bsp. ESA)
- bei Ausbau der schnellen Datenleitungen
- bei Ausbau der StudentInnenheime
- bei Zuschüssen für StudentInnenheime und Mensen
- generelle Diskussion um Schließung oder Ausdünnung von
Universitätsstandorten
Gegenargument der Regierung: Ausbau der Studienförderung
- Ja das wird ein Nullsummenspiel mit erhöhtem
Verwaltungsaufwand. 50 Mio. öS kostet nur die Verwaltung
der Studiengebühren und das ist noch vorsichtig angesetzt. Die
Kosten bei der Privatwirtschaft - wie Banken - sind darin noch nicht
enthalten. Jahr für Jahr könnte man um 50 Mio. öS eine
schöne neue Schule bauen.
- Das Beispiel der Studienförderung und des Gebührenerlasses
für StudentInnen aus den ärmsten Ländern
der Welt zeigt, wie kleinlich, bürokratisch und kurzsichtig
sich diese FP-geprägte Regierung verhält:
Für ganz wenige Länder (viel weniger als bisher) gibt es eine
Studiengebühren-Befreiung. Diese Studierenden müssen zuerst
von ihrem Heimatland her die Gebühren einzahlen, dann nochmals 70.000,--
öS hinterlegen und können erst in Österreich die Rückerstattung
der Studiengebühren beantragen.
Wesentlich ärmere Länder als Österreich sind zu den StudentInnen
aus den ärmsten Ländern viel großzügiger. Vermutlich
will man diese Geste der internationalen Solidarität und Verantwortung
- die gleichzeitig eine Investition in die Zukunft darstellt nicht
mehr, oder man darf sie der FP-WählerInnen wegen nicht mehr setzen.
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