Studiengebühr & Entwicklungsländer – Wo sind Herz und Hirn dieser Regierung?

 

Derzeit sind in Österreich all jene Studierenden von Studiengebühren befreit, deren Staaten laut OECD als Entwicklungsländer definiert sind. Die Bundesregierung plant hier massive Einschränkungen.
http://www.oecd.org/dac/htm/ldc-alfa.htm

 

Sowohl die Verordnung über die Formalitäten zur Einhebung der Studiengebühren generell als auch jene über die Studiengebühren-Befreiung von gewissen Studierendengruppen stehen immer noch aus. Studierende aus Entwicklungsländern haben die Unsicherheit, ob sie im Wintersemester 2001/02 ihr Studium in Österreich fortsetzen können oder nicht.

Welche Konsequenzen sind zu erwarten?
Forderungen für Besserstellung ausländischer Studierender
Appell an die Bundesregierung

  • Gefahr für den internationalen Ruf der Universitäten
    Die Anzahl ausländischer Studierender ist ein Qualitätszeichen der einzelnen Universitäten.
  • Schmälerung der "Entwicklungshilfe durch Ausbildungsplätze"
    Vielfach gibt es für ausländische Studierende an den Unis ihrer Länder keine Möglichkeit, eine adäquate wissenschaftliche Ausbildung zu erhalten.
  • Einschränkung von Wirtschaftskooperationen
    Ausländische Studierende haben große Bedeutung für den Aufbau künftiger Wirtschaftskooperationen zwischen Österreich und deren Heimatländer. Als AbsolventInnen einer österreichischen Universität haben sie wichtige Entscheidungspositionen in deren Ländern inne.
  • Geringere Internationalität an heimischen Universitäten
    Der Kontakt zwischen in- und ausländischen Studierenden ist eine beiderseitige kulturelle Bereicherung.
  • Ausländische Studierende werden ihr Studium in Österreich abbrechen müssen.

 

Forderungen für Besserstellung ausländischer Studierender:

  • Befreiung von Studiengebühren für Studierende aus Entwicklungsländern
  • Schaffung eines attraktiven Stipendiensystems für ein Studium in Österreich
    (Bsp. Fulbright)
  • Einheitlicher Gebührensatz für alle anderen in- und ausländischen
    Studierenden
  • Wegfall des gesetzlichen Nachweises von 70.000,--
    Voraussetzung dafür ist eine Änderung des Aufenthaltsgesetzes
  • Aufhebung des Arbeitsverbotes
    Ausländische Studierende sollen zumindest in den Ferien arbeiten dürfen (analog zu Deutschland, England, Schweden). Aktuelle Wifo-Studie "Knappheit an Arbeitskräften" warnt vor einem Arbeitskräftemangel
  • Einführung des vollen Wahlrechts für ausländische Studierende
    Parlamentarischer Antrag (87/A) dazu wurde am 1. Februar 2001 mit den Stimmen von FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Appell an die Bundesregierung

  • rasche Veröffentlichung der Verordnung
  • Beibehaltung der Gebührenbefreiung für Studierende aus Entwicklungsländern wie bisher
  • Bildungsministerin Elisabeth Gehrer möge ihre Ministerverantwortung vor die Koalitionsdisziplin gegenüber den klaustrophoben und ausländerfeindlichen Forderungen der FPÖ stellen

Die Bundesregierung agiert nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert, dann lebt sich's gänzlich ungeniert".