In Österreich entscheiden so genannte Studienkommissionen, die an den Universitäten für alle Studienrichtungen eingerichtet sind, bzw. deren Vorsitzende über die Anerkennung von Prüfungen. Dass diese Anerkennungen nicht immer einwandfrei und reibungslos funktionieren, wird in einer im Rahmen des DOC-Programmes der ÖAW geförderten Studie aufgezeigt, die Bernhard F. Seyr in der ORF ON-Reihe "Young Science" vorstellt. http://science.orf.at/science/news/5842
(23. September 2002) - Die von Seyr geortete "Willkür" und "Rechtswidrigkeit" bei Prüfungsanerkennungen decke sich mit den laufenden Beschwerden in Einzelfällen und müsse Konsequenzen haben, fordert SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Als Maßnahme schlägt er "eine gesetzlich vorgeschriebene gesamtösterreichische Berufungsinstanz im Bildungsministerium" vor, "bei der gegen die Willkür bei der Anerkennung von Uni-Prüfungen vorgegangen werden kann".
Die ebenfalls durch die Studie gewonnene Erkenntnis, dass die Stuko-Vorsitzenden über die rechtlichen Vorgaben zu wenig informiert seien, müsse als "Versäumnis Bildungsministerin Gehrers" bezeichnet werden. "Offensichtlich hat Gehrer in das Durchpeitschen der Unireform so viel Energie gesteckt, dass für andere wichtige Dinge, wie die Umsetzung des UniStG in die Praxis nicht mehr viel übrig blieb."
(25. September 2002) - Die Argumentation des Bildungsministeriums, eine Berufungsinstanz sei durch das neue Universitätsgesetz nicht nötig, ist für SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser aus zwei Gründen nicht stichhaltig:
Es ist nach wie vor ungewiss, ob es zur Implementierung des UG 2002 kommen wird. Zudem bedarf es einer bundesweiten Stelle, an die sich Studierende bei Rechtswidrigkeiten wenden könnnen. Ein durch das UG geschaffene Organ für Studienangelegenheiten an den einzelnen Universitäten ist ein Fortschritt, wichtig ist aber, dass sich Studierende einen Überblick verschaffen können und das ist nur durch eine österreichweite Berufungsinstanz möglich.
Folgegeschichte "Prüfungsanerkennung: Alles neu durch UG 2002 http://science.orf.at/science/news/59028