Niederwieser
befürchtet "großen Schwindel"
10. Juni 2001
Das neue
Dienstrecht für die Universitäten wurde am 5.7.2001 im Parlament
beschlossen. Der aktuelle
Text findet sich auf der homepage des bmbwk
(bei aller Kritik an der Wissenschaftspolitik der Regierung: Die Infos
auf der Homepage des Ministeriums sind nach wie vor erste Klasse).
Kein zusätzliches Budget für 500 zusätzliche
ProfessorInnenstellen vorgesehen
Einen "großen Schwindel" befürchtet SPÖ-Wissenschaftssprecher
Erwin Niederwieser im Zusammenhang mit der Einigung zwischen Regierung
und Gewerkschaft über ein neues
Dienstrecht für UniversitätslehrerInnen. Im Detail stößt
sich Niederwieser an der Regierungszusage, 500 ProfessorInnenstellen vorzeitig
zu besetzen und so den "ProfessorInnenstand zu verbreitern".
In den erläuternden Bemerkungen zu den einzelnen Gesetzen, deren
Änderung für die Dienstrechtsreform nötig ist, sei allerdings
keine Bedeckung der dafür nötigen Mehrkosten vorgesehen, so
Niederwieser gegenüber der APA.
Das Finanzministerium habe bei den Verhandlungen zwar offenbar keine Bedenken
gegen die vorzeitige Besetzung der Stellen geäußert
es gebe aber "keinen Groschen mehr" für das zuständige
Ressort. In diesem Punkt wären alle "vom Finanzminister hineingelegt
worden, inklusive Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und Vizekanzlerin
Susanne Riess-Passer (F)", glaubt Niederwieser. Der SPÖ-Wissenschaftssprecher
will definitiv geklärt wissen, dass der Finanzminister die Mehrkosten
für diese Stellen übernimmt nötig wären bis
zu einer Milliarde Schilling. Dies müsse auch in der Regierungsvorlage
festgehalten werden.
Wenn kein Geld für die Bedeckung der ProfessorInnenstellen vorhanden
sei, passt für Niederwieser eine Grundvoraussetzung für die
Einigung zwischen Regierung und Gewerkschaft nicht mehr.
Inhaltliche Probleme sieht Niederwieser bei der "verunglückten
Konstruktion" des "Staff Scientists". Dessen Position sei
ein "unattraktiver Parkplatz" für Uni-LehrerInnen und "weder
Fisch noch Fleisch". Vor allem mit den Chancen des weiteren Behaltens
an der Universität schaue es schlecht aus wenn es keine Möglichkeit
einer durchgängigen Karriere gebe, sei es ein Problem, gute Leute
zu halten. Durchwegs Lob gibt es von Niederwieser hingegen für die
Gestaltung der ersten Phase des Dienstrechts, das als Einstieg in die
Uni-Karriere die Position eines "Wissenschaftlichen Mitarbeiters"
vorsieht.
Das neue Uni-Dienstrecht soll am 22. Juni im parlamentarischen Wissenschaftsausschuss
behandelt und noch vor dem Sommer im Nationalrat beschlossen werden.
|