"Die volle Rechtsfähigkeit der Universitäten"
Analyse von SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser
Gestaltungsvorschlag für die Regelung der Autonomie (erarbeitet von
der Arbeitsgruppe "Universitätsautonomie" im bm:bwk):
http://www.bmbwk.gv.at/start.asp?bereich=7&OID=5145
Gesamter
Text der Analyse (pdf file)
Das vorliegende Konzept, das unter der
politischen Verantwortung der FP-VP-Bundesregierung und im speziellen
der Bildungsministerin Elisabeth Gehrer ausgearbeitet wurde, gibt einen
umfassenden Einblick in die dahinterstehenden Überlegungen zur künftigen
Struktur einer Universität.
Der bisherige Prozess der Entstehung
dieser Konzeption ist durch ein hohes Maß an Transparenz gekennzeichnet.
Alle wesentlichen Grundlagenpapiere (auch jene, deren Inhalt die gewählte
Konzeption nicht stützt) sind auf der etwas irreführend als
www.weltklasse-uni bezeichneten Homepage des Ministeriums nachlesbar und
daher zitierbar. Irreführend ist dieser Begriff deshalb, weil sich
in einem solchen Ziel für die österreichischen Universitäten
alle finden werden. Die vorliegende Reform hat aber mit der Erreichung
dieses Zieles nichts zu tun.
Der Vorschlag geht vielmehr von der ideologisch unrichtigen These
aus, dass demokratische Mitbestimmung und leistungsfähige Universität
unvereinbare Widersprüche wären. Diese Annahme wird durch die
sehr guten und international durchaus anerkannten Leistungen der österreichischen
Universitäten in den letzten 30 Jahren eindrucksvoll widerlegt.
Diese Annahme des Reformkonzepts stellt
aber eine Gefahr für all jene Institutionen des öffentlichen
Lebens dar, in denen derzeit demokratische Mitbestimmung praktiziert wird.
Denn die Argumentation, die für einen starken Rektor vorgebracht
wird, gilt dem Grunde nach auch für starke BürgermeisterInnen,
Landeshauptleute, Bundeskanzler, EU-Kommissionsvorsitzende, Vereins- oder
Parteivorsitzende.
Mag sein, dass in Österreich der Wunsch nach einer starken Hand zunimmt.
Die SPÖ wird diese Tendenzen nicht stützen sondern diese aufzeigen
und dagegen ankämpfen. Die SPÖ wird sich dabei auch nicht durch
Verweise auf nie unterfertigte Verhandlungspapiere oder unvollständig
wiedergegebene ausländische Beispiele irritieren lassen.
Die SPÖ ist den Grundwerten der Demokratie, der Freiheit,
Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität verpflichtet. Die nahezu
völlige Abschaffung der Demokratie an den Universitäten wird
daher nicht die Zustimmung der SPÖ finden.
Dies wurde auch im Vorfeld dieses bisherigen Reformprozesses mehrfach
deutlich formuliert. (vgl. www.forum-wissenschaft.at)
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