Niederwieser gegen Beschränkung von Studienplätzen:
"Rektoren unterwerfen sich der Sparlogik der Regierung"
Ablehnend äußert sich SPÖ-Wissenschaftssprecher
Erwin Niederwieser zu den Vorschlägen der Rektorenkonferenz über
eine "begabungs- und kapazitätsmäßige Beschränkung"
der Studienplätze. "Nachdem die Regierung mit den Studiengebühren
schon zehntausende Studierende von den Unis vertrieben hat, fällt
den Rektoren nichts anderes ein als die weitere Auslese von StudentInnen.
Dabei muss man nur unsere AkademikerInnenquote ansehen: Wir haben nicht
zu viele StudentInnen."
Kritisiert wird von Niederwieser vor allem, dass sich die Uni-Rektoren
damit der Sparlogik der Regierung unterwerfen. Innerhalb der Budgetkürzungszwänge,
die die Regierung auferlegt, sei es verständlich zu überlegen,
wie man mit dem geringer werdenden Budget zurechtkommen kann. "Die
Rektoren sollten aber für mehr Mittel kämpfen - das erwarten
sich auch die Universitäten von den Rektoren."
Die Ablehnung von weiteren Zugangsbeschränkungen begründet Niederwieser
nicht nur generell mit der niedrigen AkademikerInnenquote in Österreich,
sondern auch mit den sozialen Auswirkungen solcher Maßnahmen. Alle
Erfahrungen zeigen, dass Zugangsbeschränkungen zuallererst als soziale
Auslese wirken. "Studierende aus bildungsfernen Schichten, die schon
höhere Hürden überwinden mussten, um überhaupt an
die Uni zu kommen, sind dann die ersten die aufgeben. Eine solche Politik,
die sich von sozialer Chancengerechtigkeit und dem offenen Hochschulzugang
immer weiter entfernt, kann und will die SPÖ nicht mittragen."
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