Erste Reaktion von SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser
zum Universitätsgesetz (UG) 2002
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Universitätsreform 2002 nach wie vor "keine runde Sache"
Im Unterschied zu Bildungsministerin Gehrer (ÖVP) ist für SPÖ-Wissenschaftssprecher
Erwin Niederwieser die Universitätsreform nach wie vor "keine
runde Sache". Vielmehr werde damit den Unis ein "Mühlstein
um den Hals gehängt". "Den Einwänden der Opposition
an der Reform und auch der massiven Kritik aus dem Bereich der Unis selbst
wurde von Gehrer fast nicht Rechnung getragen". Gehrer bestätigte
mit ihren Ausführungen indirekt, "dass sie nur auf Detailfragen,
aber nicht auf die Ablehnung des Entwurfes als Ganzes eingegangen ist".
Mitbestimmung drastisch reduziert
Im einzelnen hielt Niederwieser die Kritik der SPÖ aufrecht, dass
gegenüber dem UOG '93 die Mitbestimmung der StudentInnen, Allgemeinbediensteten
und des Mittelbaus an den Unis drastisch reduziert worden sei. "Die
gesetzliche StudentInnenvertretung der ÖH wird nahezu ausgeschaltet."
Zudem seien verfassungsrechtliche Bedenken, die der Verfassungsdienst
und namhafte ExpertInnen geäußert haben, noch immer nicht ausgeräumt
worden. Der Universitätsrat sei nach wie vor ein strategisches Organ,
das etwa den Organisations- und Entwicklungsplan beschließen könne.
Zudem gebe es im UG 2002 keinerlei Garantien für die Bedeckung des
durch die Novelle entstehenden Mehrkostenaufwands für die Unis.
Medizinunis laufen Autonomiebegriff zuwider
Die Schaffung von eigenständigen Universitäten im Bereich der
medizinischen Fakultäten laufe "dem Autonomiebegriff zuwider".
Die medizinischen Fakultäten müssten nach Auffassung der SPÖ
im Verband der Unis verbleiben, erklärte Niederwieser. Und: Die Ausgliederung
gehe "an den Wünschen und Sorgen der Unis vorbei und zudem auf
Kosten der Qualität in der medizinischen Forschung".
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