Niederwieser setzt Hoffnung in ÖRK-Präsident Winckler:
Mit erfahrenem Team das Beste aus missglückter UG-Reform herausholen
(30. März 2004) - Verbunden mit der Hoffnung, er möge mit seinem
erfahrenen Team das Beste aus der missglückten Universitätsreform
herausholen, gratulieren die beiden SPÖ-Abgeordneten Bildungssprecher
Erwin Niederwieser und Wissenschaftssprecher Josef Broukal dem Rektor
der Universität Wien, Georg Winckler, zur Wiederwahl als Präsident
der Österreichischen Rektorenkonferenz (ÖRK). "Die übernommene
Aufgabe ist interessant und wichtig, denn die wissenschaftspolitischen
Rahmenbedingungen sind meiner Einschätzung nach alles andere als
günstig", betont Niederwieser.
Reiner Männerbund als Abbild der Professorenkurie
Als Stellvertreter Wincklers wurde bei der Sitzung des seit Inkrafttreten
des Universitätsgesetzes (UG) 2002 als Verein organisierten Gremiums
der Rektor der Universität Innsbruck, Manfried Gantner, bestellt.
Zu weiteren Mitgliedern der ÖRK wurden Rudolf Ardelt (Rektor der
Uni Linz), Christoph Badelt (Wirtschaftsuniversität Wien), Gerald
Bast (Universität für Angewandte Kunst), Peter Skalicky (Technische
Universität Wien) und Gerhard Franz Walter (Medizinische Universität
Graz) gekürt. Außerdem wurde Heribert Wulz zum Generalsekretär
der Rektorenkonferenz bestellt.
Dass das neue Leitungsgremium der ÖRK ein reiner Männerbund
sei, "ist ein Abbild der Professorenkurie und mehr als ein Schönheitsfehler".
"Bei den Studierenden sind die Frauen mit 56 Prozent stark vertreten,
innerhalb der universitären Hierarchie nimmt der Frauenanteil aber
kontinuierlich ab und dort, wo die wichtigsten Entscheidungen getroffen
werden, haben Frauen tendenziell Null zu sagen", kritisiert Niederwieser
die Zusammensetzung des als Verein organisierten Gremiums, wiewohl diese
Kritik nicht persönlich gemeint sei, "denn ich schätze
die Arbeit jedes einzelnen ungeachtet vorkommender inhaltlicher
Differenzen".
Die Universitäten mögen als kritisches, innovatives, unabhängiges
und positives Potenzial erhalten bleiben, wünscht sich Niederwieser
und richtet an die ÖRK den Appell, "alles zu tun, um keine weiteren
sozialen Barrieren zu errichten sondern vielmehr bestehende abzubauen".
Hoffnung setzt Niederwieser auch in die Rektorenkonferenz um neue Formen
der Partizipation zu entwickeln und deren Rolle in der Entwicklung des
Lifelong-Learnings zu verstärken.
WISSEN:
Mitglieder der Rektorenkonferenz sind die 21 österreichischen Universitäten.
Der Plenarversammlung, welche das Präsidium wählt, gehören
die Rektoren an, die Vizerektoren arbeiten in Foren und Arbeitsgruppen
der ÖRK. Die bis Ende vergangenen Jahres per Gesetz eingerichtete
ÖRK ist im neuen UG nicht mehr vorgesehen. Deshalb haben sich die
Unis entschlossen, das Gremium als Verein weiterzuführen, dessen
Zweck die "Unterstützung der Aufgabenerfüllung der österreichischen
Universitäten und damit die Förderung von Wissenschaft und Forschung"
ist.
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