Niederwieser zu Reformdialog Forschung: Aus 1,96 wird plötzlich 2,19 Prozent ForschungsquoteStatistik Austria verdient sich "Großes Kaffeehäferl am Goldenen Band"(15. April 2004) - Es ist schon auffällig, dass im Herbst 2003 in allen offiziellen Publikationen noch eine Forschungsquote von 1,96 Prozent für 2003 angenommen wird und dann plötzlich aufgrund neuer Erhebungen daraus 2,19 Prozent werden, was immerhin ein Mehr von einer halben Milliarde Euro ausmacht. Mit der punktgenauen Veröffentlichung 'revidierter Prognosen' anlässlich des von der Bundesregierung zelebrierten Reformdialogs verdient sich die Statistik Austria das "Große Kaffeehäferl für besonders gutes Kaffeesudlesen". Welchen Grund - außer einem feschen Finanzminister - sollte es dafür geben, dass die Unternehmen derart überproportional in Forschung investieren?", fragt SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser. Es ist auch befremdlich, dass die Statistik Austria zwar nicht imstande ist, die seit einem halben Jahr überfällige Schulstatistik für das Schuljahr 2002/2003 zu erstellen - "vielleicht, damit man die Personalkürzungen bei den Lehrern nicht sieht" -, dass sie aber sehr wohl eine neue und aufwändige 'Prognose' für 2003 und 2004 im Bereich der Forschung erstellen kann. Politische Einflussnahme auf Wissenschaftsfonds hindert sachliche ArbeitVon den im Rahmen des Reformdialogs angekündigten Maßnahmen der Regierung kritisiert Niederwieser vor allem die geplante politische Einflussnahme auf den Wissenschaftsfonds: "Es ist international üblich, dass die Grundlagenforschung und die Finanzierung der universitären Forschung von ihrer Entscheidungsstruktur den WissenschafterInnen überlassen bleibt. Künftig werden das Infrastrukturministerium und das Bildungsministerium mit parteipolitischen Besetzungen wie bei den Universitätsräten die sachliche Arbeit mit Sicherheit eher behindern als fördern." Besonders enttäuscht zeigte sich der SPÖ-Bildungssprecher und langjährige Wissenschaftssprecher dabei von Ministerin Gehrer: "Dass sie als Wissenschaftsministerin der FPÖ dermaßen kampflos das Feld der Forschung überlässt, tut weh." |