UNIVERSITÄTSRANKING– DER ÄRGER MIT DEN MEDIZIN-UNIS

(30. September 2004) - Ende August wurde in den österreichischen Medien ein weltweites Uni-Ranking der Shanghai Jiao Tong University veröffentlicht. Herausragenstes Ergebnis: Die österreichischen Universitäten sind in diesem Ranking zurückgefallen.

Die Uni Wien von dem 84. auf den 86. Platz, die Uni Innsbruck und die Uni Graz ebenfalls - allerdings in den Platzierungen zwischen 200 und 300 (vgl. auch untenstehenden link).

Der Hauptgrund ist neben den eingeschränkten Mitteln (Sparen für´s Null-Defizit) sicherlich in den drei konkreten Fällen von Wien, Graz und Innsbruck die seit dem letzten Ranking erfolgte Teilung in eine "Hauptuniversität" und Medizinische Universität.

Nachdem bei diesen Rankings verschiedene Faktoren zusammengezählt werden und diese nunmehr für die Medizinischen Universitäten nicht mehr gemeinsam mit der "Hauptuniversität" sondern getrennt ausgewertet werden, ergibt sich zwangsläufig eine Verschlechterung der Platzierung.

Mehr Personal und Geld – oder es bleibt bei Traum von besserer Platzierung

Es lohnt sich aber auch ein Vergleich zwischen dem österreichischen Universitätssystem und den Spitzenuniversitäten, wie sie beispielsweise die Universität Cambridge darstellt, die diesmal von Platz 5 auf Platz 3 "vorstoßen konnte".

Wir haben in Österreich rund 190.000 Studierende an den Universitäten und 19.000 an Gesamt-Universitätspersonal, also ein Verhältnis von 1: 10. Die Universität Cambridge zählt 17.000 Studierende und einen staff von rund 8.000 Personen, also ein Verhältnis von 1 : 2,1.

Dass dies nicht ohne zusätzliche Mittel geht, zeigt ein Größenvergleich: Cambridge verfügt über ein Jahresbudget von 250 Mio. Pfund, das entspricht ungefähr 370 Mio. Euro. Die etwas größere Universität Innsbruck mit 22.000 Studierenden (Cambridge 17.000) hat ein Jahresbudget von 140 Mio. Euro – also weniger als die Hälfte.

Es wird also nicht viel nützen, besseren Platzierungen nachzuträumen, ohne gleichzeitig hinzuzufügen, dass dies nicht ohne entsprechende personelle und damit auch finanzielle Ausstattung geht. Die österreichischen Universitäten waren einmal Parade-Universitäten, vor allem in den Naturwissenschaften und wohl auch im internationalen Vergleich in der Ausstattung.

"Academic Ranking of World Universities 2004"- Shanghai Jiao Tong University
http://ed.sjtu.edu.cn/ranking.htm