Was ist ein Bachelor wert?
Dass die Regierung den akademischen Grad "Bachelor" im neuen
Beamtendienstrecht nicht verankert, ist für SPÖ-Bildungssprecher
Erwin Niederwieser kurios
(5. November 2004) Bakkalaureat Magister Doktorat, dieses
international anerkannte dreigliedrige Studiensystem ist in Österreich
mittlerweile sowohl an Universitäten und Fachhochschulen, und in
weiterer Folge auch an den künftigen Pädagogischen Hochschulen
etabliert. Ausschlaggebend dafür ist die im Jahr 1999 unterzeichnete
Bologna-Erklärung, in der sich neben Österreich noch 28 anderen
Staaten verpflichten, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum
zu schaffen.
In völligem Widerspruch dazu steht das Beamtendienstrecht, bei dem
auch in der neuen Novelle 2004 auf die Qualifikation eines Bakkalaureatsstudiums
keine Rücksicht genommen wird. Der Bachelor existiert für die
Regierung offensichtlich nicht und das, obwohl er laut Bologna-Prozess
als Hochschul-Studium definiert ist.
Wo bleibt der Aufschrei der Rektorenkonferenz? Wieso schweigt Gehrer?
Mehr als befremdlich ist das Verhalten von Bildungsministerin Gehrer.
Sie ist es, die für die studienrechtlichen Bestimmungen und die Umsetzung
der Bologna-Erklärung die Verantwortung trägt. Dass der akademische
Grad eines Bachelor auch im Dienstrecht verankert wird, ist der Ministerin
kein Anliegen. Weder dem Bildungsministerium noch der Rektorenkonferenz,
die sich eigentlich für ihre AbsolventInnen stark machen sollte,
war dieses Thema bei deren Stellungnahmen zum Ministerialentwurf eine
Silbe wert.
206/ME
Dienstrechts-Novelle 2004 und Stellungnahmen
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