Josef Broukal zu Shanghai Uni-Ranking: In der Ära Gehrer ist Abstand zur Weltspitze größer statt kleiner geworden.(29. August 2006) - Das Abrutschen der Uni Wien im internationalen Universitäten-Ranking der Shanghaier Jiaotong Universität war klar abzusehen, geht doch ein Gutteil der Nobelpreise auf die medizinische Fakultät zurück. Auch wenn man dieses Ranking nicht auf die Goldwaage legen soll, zeigt das Abschneiden der österreichischen Universitäten klar: In der Ära Gehrer ist der Weg zur viel beschworenen Weltklasse nicht kürzer sondern länger geworden. Die SPÖ in Regierungsverantwortung wird ein Sofortprogramm für die Universitäten unter dem Titel "Mehr Geld, mehr Frauen, mehr Freiheit" umsetzen. Gesperrte Hörsäle, veraltete Geräte, fehlende Betreuung und lange Wartezeiten bei Seminaren - das sei die triste Realität an Österreichs Universitäten. Das sind Zustände, die es zu beseitigen gilt. Das Kaputtsparen der Unis, wie es Ministerin Gehrer zu verantworten hat, muss ein Ende finden. In den kommenden Jahren ist rund eine halbe Milliarde Euro mehr Geld nötig, als aktuell von Gehrer und Grasser geplant. Das wird nötig sein, um international konkurrenzfähig zu werden und allen Beteiligten in Österreich Universitäten zu bieten, in denen Lehre und Forschung auf bestem Niveau möglich ist. Ein weiterer Schwerpunkt der SPÖ ist das "Zerschlagen der gläsernen Decke", die für Frauen weiterhin existiert. Während die Mehrheit der Studierenden und AbsolventInnen (54 Prozent) bereits weiblich ist, ist bei den AssistentInnen der Anteil von Frauen 30 Prozent. Bei den ProfessorInnen sind es nur mehr 13 Prozent. Rektorin gibt es überhaupt keine. In dieser Frage werden kleine Maßnahmen keine Abhilfe schaffen. Es braucht große Förderprogramme und bei gleicher Qualifikation müssen Frauen den Vorzug erhalten. Es ist Tatsache, dass das UG 2002 für junge WissenschafterInnen deutliche Verschlechterungen mit sich gebracht hat. Kurzfristige Anstellungen, schlecht bezahlt und ohne Chance auf Verlängerung. Das ist keine akzeptable Perspektive. Die SPÖ will jungen ForscherInnen die Chance auf eine durchgängige Karriere bieten. Allerdings bei ständiger Überprüfung der Leistung in Lehre und Forschung. |